Wie Fasten auf den Körper wirkt

17.02.08 | Abgelegt unter .

40 Tage dauert die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag. Nach der christlichen Tradition ist es während dieser knapp sieben Woche Sitte, weniger zu essen und auch bei anderen Genüssen zurückhaltend zu sein.

Eine reduzierte Nahrungsmittelaufnahme wirkt sich auf die Körperfunktionen unmittelbar aus. In den Jahrtausenden der Evolution hat der menschliche Körper gelernt, mit Phasen geringen Nahrungsangebots umzugehen und Notprogramme gegen das drohende Verhungern entwickelt.

Und so laufen diese Sparprogramme ab:

  • Sobald der Magen nach der letzten Mahlzeit entleert ist, beginnt er sich zusammenzuziehen. Zusammen mit dem sinkenden Blutzuckerspiegel signalisiert das dem Gehirn, wieder etwas zu essen. Der Magen will also permanent auf Trab gehalten werden – darauf beruht zum Beispiel die Glyx-Diät.
  • Kommt jetzt keine neue Nahrung, startet der Körper sein Energiesparprogramm:
    • Absenken der Körpertemperatur
    • Drosseln des Stoffwechsels
    • Hebung des Adrenalinspiegels
  • Schon zwölf Stunden später stellt der Körper auf den “Hungerstoffwechsel” um. Proteine aus den Muskeln werden in Glukose (Traubenzucker) umgesetzt. Nach 40 Stunden ohne Nahrung ist der Hungerstoffwechsel auf Volltouren. Dabei schwinden pro Tag 75 Gramm Muskelmasse, wenn nicht mit der Aufnahme von Joghurt, Buttermilch oder Magertopfen gegengesteuert wird.
  • Ab dem dritten Hungertag wandelt die Leber Fett aus den Fettpölstern in Fettsäure und Ketonkörper um. Vom der Fett-Energie könnte ein normalgewichtiger Mensch mit einem BMI zwischen 20 und 25 rund 50 Tage überleben, wenn nicht vorher schwere Mangelerscheinungen auf Grund von Vitamin- und Mineralstoffmangel auftreten würden.
  • Das Gehirn produziert größere Mengen des Glückshormons Serotonin – Fasten macht “high”.
  • Der Geschmackssinn empfindet fette Speisen als unangenehm und nimmt Süßes und Salziges deutlicher wahr.
  • Der gesenkte Blutzuckerspiegel reduziert die Gefäßbelastung.
  • Die Ausscheidung des Hormons Melatonin wird erhöht. Melatonin steuert den Tag/Nacht-Rhythmus und beschert Fastenden erhöhte Konzentrationsfähigkeit und besseren Schlaf. Im Gegenzug steigt dafür die Reaktionszeit, die Lernfähigkeit sinkt.

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