Helmut Kohls Butterseite

28.03.07 | Abgelegt unter .

“Birne wird Kanzler”, titelte der SPIEGEL in seiner Ausgabe zur Amtsübernahme Helmut Kohls im Jahr 1982. Eine Anspielung auf Kohls schon damals unverkennbares Übergewicht, das in den folgenden Jahren der Regierung noch wuchs.

Die kulinarischen Vorlieben Kohls zu gefülltem Pfälzer Saumagen und anderer Schonkost waren aber nicht alleine verantwortlich dafür. Der auch recht massiv gebaute Ex-Premier Schwedens Göran Persson berichtet von einem EU-Gipfel über Kohls Methode, quietschende Nervenenden zu schmieren:

“Dann setzte er sich hin und begann, Butter zu essen. Massenweise Butter. Erst einen Teller, auf dem wohl zehn Stückchen zu je zehn Gramm lagen. Der war schnell weg. Dann noch einen. Erst danach beruhigte er sich langsam.”

Als Buße verbrachte Kohl jeden Sommer beim Abnehmen am Wolfgangsee in Österreich und entschlackte sich nach der F.-X.-Mayr-Kur: Jeden Tag eine trockene Semmel mit etwas Milch, die in tausendfach gekauten kleinen Schlucken verzehrt wird. Und in jedem Herbst berichteten die Zeitungen ebenso wieder vom Vergehen der Kohl’schen Bikinifigur und neuen Höchstständen des Regierungsschwergewichts.

Alfred Gusenbauer, österreichischer Bundeskanzler seit Anfang 2007, hat mit einer anderen Methode zum Abnehmen zu Beginn seiner Kanzlerschaft gut sieben Kilo verloren. Krautsuppen-Diät statt pures Fett: So ändern sich die Zeiten…

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