Resveratrol: Fett essen und fit bleiben?

26.07.08 | Abgelegt unter .

In einer vor kurzem publizierten Studie wurde nachgewiesen, dass die positiven Effekte einer stark reduzierten Nahrungsaufnahme (Kalorienrestriktion) wie etwa Verminderung von Alterungserscheinungen auch durch die Gabe von Resveratrol ausgelöst werden können.

Resveratrol ist ein bekanntes Antioxidans, das vor allem in Rotwein vorkommt, und vermutlich dafür sorgt, dass die Franzosen trotz delikater Ernährungsgewohnheiten mit viel Käse, fetter Wurst und weißem Brot selten an Gefäßerkrankungen und Herzschwächen leiden.

Resveratrol online kaufen? Oder lieber doch Wein saufen?

RESVERATROL 125 Caps 120 Stück Natürlich muss der Traubenwirkstoff nicht unbedingt als wirkungserprobtes Medikament eingenommen werden, und so gibt es bereits heute Resveratrol-Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken und Drogerien oder online zu kaufen.

In der Studie wurde festgestellt: Mäuse, die mit Resveratrol als Ergänzung ihrer herkömmlichen Ernährung gefüttert wurden, blieben wesentlich gesünder. Selbst bei älteren Mäuse blieben Herz, Muskeln, Augen und der Knochenbau länger fit. Damit erzielt Resveratol die Effekte einer Hungerdiät wie etwa der Okinawa-Diät ohne deren potentielle Nachteile wie ständiges Frieren, sexuelle Unlust und extreme Mangelerscheinungen.

David Sinclair von der Universität Harvard ist Ko-Autor der Studie. Er meint: “Zum ersten Mal können wir die Vorteile der Kalorienrestriktion bei einem gesunden Tier bewirken.” Sinclair ist schon seit Jahren hinter einer Pille her, die die “ewigen Jugend” verspricht und hat vor etlichen Jahren entdeckt, dass Reversatrol das Enzym SIRT1 aktiviert. Kalorienrestriktion aktiviert ebenfalls dieses Enzym aus der Familie der Surtuine, die Zellfunktionen regulieren und die Erneuerung der Zellkraftwerke (Mitochondrien) steuern.

Hält Resveratrol Menschen und Mäuse gesund und schlank?

Ist Resveratrol also die Pille, die uns hemmungsloses Schlemmen ohne Reue erlaubt?

Leider nein.

Erstens, diese Untersuchung wurde nur an Mäusen durchgeführt und die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus sind bisher nicht geklärt. Zweitens ist Sinclair nicht nur Wissenschafter, sondern auch der frühere Eigentümer eine Pharmafirma, die Resveratrol und anderer Anti-Aging-Produkte herstellt oder vertreibt.

So tauchen Studien wie die oben angeführte alle paar Monate wieder in den naturwissenschaftlichen Publikationen auf und führen den Beweis darüber, dass Antioxidatien und Radikalenfänger in der Nahrung dem Körper gut tun – was auch kaum zu bestreiten wäre. Die konkrete Umsetzung in ein Medikament, das in ausreichendem Umfang am Menschen erprobt wurde und die Zulassungskriterien erfüllt, wird aber noch einige Jahre dauern. Trotz allem sollte man Resveratrol nicht aus den Augen verlieren, denn gerade das Engagement von GlaxoSmithKline bei diesem Hoffnungsträger der Anti-Aging-Pharmaforschung zeigt doch recht deutlich, dass ein großer Produzent Chancen sieht.

Mäßiger Genuss von Rotwein beugt Kreislaufproblemen vor

Resveratrol - Länger jung mit der Rotwein-Medizin (Buchcover)Welche positiven Auswirkungen mäßiger Genuss von Rotwein auf Gefäße und Kreislauf hat, erläutert der Gynäkologe Dr. Bernd Kleine-Gunk in seinem Buch Resveratrol – Länger jung mit der Rotwein-Medizin.

Am besten gefällt mir aber, was die Franzosen aus dieser Erkenntnis gemacht haben: Jeden Tag ein Achterl Rotwein, und das Herz bleibt elastisch…

Leserbriefe:

  1. Ein sehr interessanter Bericht das muss man schon anmerken und enorm was dieser Stoff Resveratrol alles bewirken kann. Man sieht mal wieder dass der Franzose weis was gut für ihn ist. Und was lernen wir daraus: WENIGER IST IMMER NOCH MEHR!

    — Liftboy · 26. Juli 2008, 19:42 · #

  2. Sehr interessanter Beitrag. Davon habe ich nicht viel Ahnung, deshalb gut zu lesen. Das kann auch gut helfen.

    — david · 1. August 2008, 23:08 · #

  3. Da stellt sich doch nur die Frage, warum um Himmels Willen man das Zeug in Pillen zu sich nehmen sollte, wo es doch auch im Rotwein enthalten ist :)

    Ich meine, wenn ich die Wahl habe mich zwischen der überteuerten Pille eines Gewinn-geilen Pharmaunternehmens und einer guten Flasche Bordeaux zu entscheiden – das ist ja nun nicht wirklich schwierig. Und ganz neu ist die Entdeckung der Antioxidanzien in Rotwein ja auch nicht, an den (meist) mäßigen Rotweingenuss halte ich mich schon lange!

    — Ziegler · 2. August 2008, 01:09 · #

  4. Naja, ich denke mal, dass es in den Pillen viel höher dosiert ist. Ist doch immer so mit Pillen!

    — Konstantin · 2. August 2008, 17:26 · #

  5. Bin grad auf diesen (sehr gut recherchierten) Artikel gestoßen. Bei diesen Pillen würde ich sehr vorsichtig sein! Die sind viel höher dosiert als man glauben mag. Das haben hier ja auch schon andere vermutet. Auf jeden Fall würde ich erst mal einen Arzt befragen!

    — Willin · 4. August 2008, 05:22 · #

  6. Wie viele Flaschen sollen es den dann am Abend sein.

    Nein, soweit meine Informationen stimmen sollte es dann auch nur ein Glas am Tag sein.

    — simon · 11. August 2008, 07:22 · #

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